Kurzberichte


Die Biberratte

Neulich bei einen meiner Touren, früh morgens im Polder Holter Hammrich, da waren sie, gleich drei Exemplare, die Rede ist von der Biberratte.

Das mir gleich drei begegneten, damit hatte ich nun nicht gerechnet, doch bei meinem Spaziergang direkt entlang der Leda tauchten sie an verschiedenen Plätzen auf. Die Biberratte, auch "Nutria" genannt, bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reicher Ufervegetation, Seen, Sümpfe und insbesondere tote Flussarme.

Der Nager lebt von pflanzlicher Kost, vor allem Wasserpflanzen wie Schilf, Rohrkolben und Seggen. Im Winter nagt der Kollege auch die Rinde von Bäumen ab und schätzt Getreide wie z.B. Mais.

Paarungen können ganzjährig stattfinden, mehr als zwei Würfe pro Jahr gibt es jedoch nicht. Nach etwa 130 Tagen bringt das Weibchen zwei bis neun bereits voll behaarte und sehende Junge zur Welt, die im Wasser an den seitlich am Bauch liegenden Zitzen des Muttertiers gesäugt werden.

Eine Biberratte hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 40-60 cm und kann bis zu 10 kg schwer werden. Um jetzt ein Teil der Menschheit gleich mal wieder zu beruhigen, Biberratten richten in einem Biotop im Allgemeinen viel weniger Schäden an als Bisamratten. Baue der Biberratten bestehen aus einfachen Röhren und bilden kein komplexes Gangsystem das die Ufer aushöhlt, wie es bei Bisamratten vorkommen kann. Des weiteren sind Biberratten reine Pflanzenfresser, die auf keinen Fall Fische oder junge Wasservögel jagen. Sie bauen auch keine Burgen und richten damit beträchtlich weniger Schäden am Ufervegetationsgürtel an, der vielen Wasservögeln als Brutstätte und Fischen als Laichplatz dient.

Hier einmal dargestellt, eine ungefähre Größenordnung, oben eine Bisamratte unten die Biberratte.

Es ist eine ungefähre Angabe, so wie ich den Vergleich sehe. Es ist schon ein riesiger Unterschied.

Heute am 29.04.2017 konnte ich zwei Biberratten aus nächster Nähe betrachten und hatte den Eindruck, es sind keine sehr scheuen Tiere, man muß sich nur langsam bewegen. Aus nächster Nähe haben wir uns gegenseitig beobachtet.